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Ein Jüngling zwischen Sinn und Sinnlichkeit
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Das Marmorbild: Eine Novelle Nürnberg 1819 (Taschenbuch) Parallel zu seinem berühmtesten Werk "Aus dem Leben eines Taugenichts" schrieb Joseph von Eichendorff "Das Marmorbild". In der allegorischen Novelle geht es um die Verwirrung eines jungen Edelmannes und Dichters, der erstmals die Enge seiner Heimat verlässt und erlebnishungrig in die Welt hinauszieht. Die entscheidende Lektion wird ihm im toskanischen Lucca erteilt: Dort lernt er die naive, keusche Bianka kennen, ignoriert aber deren schüchterne Zuneigung ' und gerät noch in derselben Nacht in den Bannkreis der heidnischen Liebesgöttin Venus, die er in einer Marmorstatue verkörpert sieht. Später glaubt er, sie als Adelsdame aus Fleisch und Blut wiederzuerkennen, und erst kurz bevor es dieser Femme fatale gelingt, ihn zu verführen, erwacht sein christliches Gewissen und er reißt sich von dem Trugbild los. Die musterhaft gebaute Novelle spiegelt in poetischen Sprachbildern die seelische Verunsicherung eines Jünglings wider ' und darüber hinaus die einer ganzen Epoche: Woran kann man nach der Aufklärung noch glauben, wonach soll man sich richten? Eichendorff findet sein romantisches Refugium in der Vergangenheit, in der Natur und in Gott.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 11. April 2008 |
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